Flirrende Hitze und Staub, die Sonne brennt und der rotbraune Boden zeigt Risse. Geschälte Korkeichen ragen nackt und kahl in die Höhe. Der Süden des Alentejo ähnelt in den heißen Sommermonaten einer Steppenlandschaft. Reisende überkommt ein starkes Gefühl von Einsamkeit und Verlorenheit, das richtig süchtig machen kann. Alentejo, das Land jenseits des Tejo, damit ist Portugals größter Fluss gemeint, der bei Lissabon in den Atlantik mündet, ist ein extremes Land. Und für viele Überraschungen gut. Mag es im Süden im Sommer auch knochentrocken sein und nach verbrannter Erde riechen, im Frühling wirkt der Regen Wunder und verwandelt die Steppe in ein buntes Blütenmeer.
Zum dünn besiedelten Alentejo zählen aber auch Felder so weit das Auge reicht, das ist die „Kornkammer Portugals“, und grüne Weinberge. Im Alentejo liegt auch der Stausee Alqueva, dessen Bau höchst umstritten war. Kein Wunder: mit einer Länge von rund 85 Kilometern ist das der größte Stausee auf EU-Gebiet. Hier ist alles auf Urlaub ausgerichtet. Alqueva hat sich zum Freizeit- und Wassersportzentrum entwickelt. Nach einer geeigneten Unterkunft Alentejo muss der Gast nicht lange suchen. Zahlreiche Hotels, eine gemütliche Ferienwohnungen oder ein geräumiges Ferienhaus Alentejo bieten ein Dach über dem Kopf. Freunde des Campings kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Zudem beleben Restaurants, Bars und Diskotheken die Ferienorte aus der Retorte.
Die wahre Magie des Alentejo aber zeigt sich andernorts. Magisch ist die Wirkung, wenn aus der endlos scheinenden Ebene plötzlich die wehrhaften Mauern der auf sanften Anhöhen gelegenen kleinen Landstädte auftauchen, riesigen Burgen gleich. Dafür steht Évora exemplarisch. Die alte Stadt, keine 50.000 Einwohner groß, ist noch fast vollständig von der mittelalterlichen Stadtmauer umgeben. Dahinter mischen sich römische, maurische und katholische Einflüsse auf einzigartige Weise. Die Wahrzeichen der weißen Stadt sind die Ruine des Templo Romano auf dem Largo Conde Vila Flor und die 1186-1330 aus grauen Granitblöcken erbaute Kathedrale (Sé). Nach dem Abzug der Römer diente der Römische Tempel sehr profanen Zwecken: er war Sitz der Inquisition und zeitweise auch Schlachthaus.
Ganz weltlich geht es auf dem zentralen Stadtplatz zu. Blickfang des Praca do Giraldo ist der 1571 von Afonso Alvares geschaffene schöne Marmorbrunnen. Die verwinkelten Gassen der Altstadt öffnen den Blick für weitere, intime kleine Plätze. Évora, die schönste Stadt des Alentejo, ist heute Teil des Unesco-Weltkulturerbes.
Ein typisches Landstädtchen ist auch das von Weizenfeldern und Olivenhainen umgebene Beja. Das in der Gegend von Moura, rund 50 Kilometer nordöstlich gelegen, gewonnene Öl gilt als das beste Portugals. Einen Spaziergang wert ist auch die kleine Grenzstadt Elvas oder das kleine Dorf Ourique, das durch die Schlacht von Ourique in den portugiesischen Geschichtsbüchern auftaucht.



