
Der tosende Wind ebbt an der Algarve nie ab. Cabo de São Vicente, die Südwestspitze Portugals und zugleich auch des europäischen Festlandes, ist ein mythischer Ort. Die Felsen recken sich an dieser Stelle bis zu 70 Meter in die Höhe, die Vegetation ist karg und baumlos - wie in den Alpen. Christen in alter Zeit benannten die Küstenspitze nach dem Heiligen Vinzenz von Saragossa, Schutzpatron der Seefahrer. Die Legende erzählt: der Leichnam des Märtyrers soll hier im Jahre 304 in einer Nussschale von Boot angetrieben worden sein.
Auf dem Cabo de São Vicente steht Europas lichtstärkster Leuchtturm. Sein Lichtkegel reicht bis knapp 60 Kilometer über den Atlantik. Bis nach Amerika, das hinter dem Horizont des Meeres liegt, reicht aber auch das stärkste Licht nicht. Früh morgens und abends, wenn die Reisebusse aus Portimão und Albufeira, wo die touristischen Hauptpunkte und demnach die meisten Hotels Algarve zu finden sind, nicht mehr starten, erobert sich das Kap die ihm zustehende Einsamkeit zurück.
Das Kap, zu dem auch das alles andere als malerische Dorf Sagres gehört, ein magischer Ort für Hippies und Aussteiger, symbolisiert gleichsam Licht und Schatten, Trubel und Einsamkeit der 155 Kilometer langen Algarve-Küste von hier bis zur spanischen Grenze. Hinter Sagres in östlicher Richtung liegt ein wenig landeinwärts die malerische und von Windmühlen gesäumte winzige Kleinstadt Vila do Bispo, ein Ort, in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Wildromantische Strände, ziemlich einsam gelegen und schlecht zugänglich, schließen sich Sagres an. Zwischen Portimão und Albufeira bzw. Vilamoura hat der Tourismus dagegen das ganze Jahr über Hochsaison und man findet ohne Probleme eine Unterkunft Algarve. Das Angebot hinsichtlich Ferienwohnung Algarve oder Ferienhaus Algarve ist riesig und auch preiswerte Möglichkeiten der Übernachtung, Stichwort Camping Algarve, werden geboten. Legendär ist hier die Qualität der Golfplätze.
Zwischen dem Cabo de São Vicente und dem Flugverkehrsknotenpunkt Faro erstreckt sich das dem Wind zugewandte Barlavento, die so genannte Felsalgarve, eine Steilküste mit malerischen Formationen aus Kalk- und Sandstein, die in der Sonne gelblich oder rötlich leuchten und sich im azurblauen Wasser spiegeln – die Postkartenidylle ist hier Wirklichkeit.
Weiter östlich, zwischen Faro und der spanischen Grenze, sieht die Landschaft dagegen ganz anders aus. Das dem Wind abgewandte Sotavento wird auch die Sandalgarve genannt. Lagunen, ausgedehnte Sandstrände und vorgelagerte Inseln und Sandbänke erzeugen die schöne Illusion einer mediterranen Nordsee. Olhão und Tavira sind alte Fischerdörfer, die sich ihren Charme bewahrt haben. Hier verbringen vor allem Portugiesen ihren Sommerurlaub. Touristisch erst noch zu entdecken ist das ländlich geprägte Hinterland und die Westalgarve, ein 55 Kilometer langer Küstenstreifen vom Cabo de São Vincente Richtung Norden nach Sines.
Traditionelle regionale Küche
Mit der Zeit hat sich die regionale Küche in der Algarve in zwei unterschiedliche Richtungen entwickelt. Einerseits die Küche der Küstenregion, natürlich mit Fisch und Meeresfrüchten auf die unterschiedlichsten Arten zubereitet. Zum Anderen die Küche im Hinterland der Algarve, die eine Vielfalt an Fleisch- und Wildgerichten zu bieten hat.
Tipp: Jedes Jahr im August feiern die Restaurants an der Küste der Algarve das "Festival de Mariscos" (Festival der Meeresfrüchte).
Fischgerichte
- Amêijoas à Bulhão Pato - Venusmuscheln werden in Zwiebeln, Knoblauch, Koriander und Weißwein gekocht.
- Bacalau - Traditionell mit Kartoffeln, Eiern und Gemüse servierter Stockfisch.
- Lulas recheadas - Kalmar mit seinen eigenen kleingeschnittenen Armen, Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Schinken gefüllt.
- Caldereida - Dieser traditionelle Eintopf “nach Fischerart” besteht aus mehreren Sorten Fisch und Meeresfrüchten.
Fleischgerichte
- Bife à portuguesa - Klassisches Gericht, bei dem Rindersteak mit gekochtem Schinken und Spiegelei serviert wird.
- Cabrito - Hiesige Spezialität “cabrito estufado”, wobei ein Zicklein mit Zwiebeln, Tomaten und Kräutern geschmort wird.
- Caracois - Für gewöhnlich werden die Gartenschnecken gekocht und anschließend mit Knoblauch und Oregano gewürzt.
- Espetada mista - Riesenspieß mit einer Fleischmischung aus Rind, Schwein und Lamm.
- Presunto & Chouriço - Geräucherter Schinken & Würstchen
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