Erlebnisurlaub Kurische NehrungDie weit östlich an der Ostsee gelegene Kurische Nehrung ist ein Wunder der Natur. „Der Landstreifen ist so schmal, dass man ihn in 20 Minuten oder einer halben Stunde bequem vom Haff zur See überqueren kann“, schrieb Thomas Mann in sein „Niddener Tagebuch“. Von 1929 bis 1932 verbrachte er hier die Sommermonate und ließ sich von seinem Literaturnobelpreisgeld ein großes Haus im Stil der Fischerhäuser errichten. Alle sechs Kinder hatten dort eigene Zimmer und das geheiligte Arbeitszimmer des Schriftstellers gewährte einen grandiosen Blick über das Haff – der Verfasser der „Buddenbrooks“ nannte es seinen „Italienblick“.

Graureiher, Kormorane und Elche streifen auch heute noch an dem aufwändig sanierten Haus des „Zauberers“ vorbei. Das Anwesen in Nidden ist heute das Thomas-Mann-Kulturzentrum. Jährlich findet hier das Thomas-Mann-Festival mit Lesungen, Konzerten, Diskussionen und Vorträgen statt. Nida (dt.: Nidden) war und ist das touristische Zentrum auf der Kurischen Nehrung, die das Kurische Haff und die offene See trennt.

Sand, Sand, Sand soweit das Auge reicht. Sand türmt sich hier zu riesigen Wanderdünen, wie man sie sonst nur noch am Strand von Maspalomas auf Gran Canaria sieht. Die Große Düne bei Nida ist mehr als 60 Meter hoch und als „ostpreußische Sahara“ bekannt.

Politisch gesehen teilen sich die Staaten Litauen und Russland die knapp 100 Kilometer lange Halbinsel. Der litauische Teil ist touristisch bereits bestens mit Hotels, Pensionen, Ferienhäusern, Ferienwohnungen und Restaurants erschlossen, während der visapflichtige russische Teil lange Zeit im Dornröschenschlaf gelegen hat. Doch mittlerweile ist auch diese Urlaubslandschaft erwacht und nicht mehr allein ein Ort für Ferienlager und Camping.

Wundersame Landschaften haben ihren Preis. Eine Unterkunft Kurischen Nehrung alles andere als billig und die Anreise eher beschwerlich. Eine Wanderung entlang des Hauptweges durch die Große Düne aber entschädigt dafür allemal. Die farbenfrohen Fischerhäuser samt der Kurenkähne und Roten Kirche haben vor dem Ersten Weltkrieg schon die expressionistischen Maler Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff inspiriert. Sie wohnten den Sommer über in einfachen Fischerhütten.

Neue Seepromenaden laden die Sommerfrischler zum flanieren ein. In Smiltyne, das ehemalige Dorf Sandkrug, heute ein Stadtteil von Klaipeda (dt.: Memel), warten Delfinarium und Meeresmuseum auf Urlaubsgäste. In Nida lockt das Bernsteinmuseum (mit etwas Glück findet man nach stürmischer See selbst kostbare Stücke am Strand) und in Juodkrante (Schwarzort) kann man sich auf die Spuren des alten Bernsteinhafens begeben. Sowohl Litauen als auch Russland haben weite Teile der Kurischen Nehrung zu Nationalparks erklärt. Die Nehrung ist heute Teil des Unesco-Weltnaturerbes.