Die Überfahrt mit der Fähre dauert keine halbe Stunde. Auf Texel haben auch Autos Platz, deshalb entlässt der Bauch des Schiffes neben vielen Urlaubern mit Koffern und Rucksäcken sowie Radfahrern auch knatterndes Gefährt. Texel – das ist die größte der Westfriesischen Inseln und zugleich auch die der nordholländischen Küste nächstgelegene.
Nördlich liegt Vlieland, im Südwesten nur noch die unbewohnte Seehundsandbank Noorderhaaks, die ab und an allerdings auch niederländischen Soldaten als Aufmarschgebiet dient. Die landschaftliche Vielfalt macht den Reiz dieser knapp 25 Kilometer langen und beinahe zehn Kilometer breiten Insel aus. Texel biete „ganz Holland auf einer einzigen Insel“, heißt das stolze Bonmot der Insulaner. Urlauber haben die Qual der Wahl: die an der offenen See gelegene raue Westküste oder die stille Ostküste, wo das Wattenmeer selig an das Ufer schwappt. Flache einsame Deichlandschaft wechselt mit sandiger Dünenlandschaft. Heide, Wald, Felder und saftige Weiden, auf denen Schafe und Kühe grasen, bestimmen das abwechslungsreiche Bild der Insel. In seiner Mitte liegt auch noch das Feuchtgebiet Rommelpot.
Von Norden nach Süden zieht sich als kaum unterbrochenes Band ein rund 30 Kilometer langer feiner Sandstrand an der Küste der Nordsee entlang. An der Südspitze endlich befindet sich ein beliebtes weil mehrere Kilometer breites Sand- und Dünenareal, De Haas genannt. Und der breite Dünengürtel ist Teil des 2002 gegründeten Nationalparks Duinen van Texel. Das Schutzgebiet nimmt fast die gesamte Westküste der Insel ein. Die höchsten Dünen hier messen immerhin fast 25 Meter. Auch Freunden des Camping ist Duinen van Texel ein Begriff: am Kogerstrand ist romantisches Dünencamping gestattet
De Koog hat rund 1.000 Einwohner und das Vielfache an Unterkunft Texel in Ferienwohnungen und Hotels zu verzeichnen hauptsächlich wird man allerdings eine Übernachtungsmöglichkeit in einem Ferienhaus Texel beziehen, da hier das Angebot am größten ist. Der Ort ist das größte Tourismuszentrum der Insel. Nördlich von De Koog ziehen sich die Naturreservate De May und De Slufter hin. Strandflieder färbt im Sommer die weiten Flächen violett. Löffler, Kiebitz und Uferschnepfe brüten hier.
Idealerweise erobert man sich das Inselparadies auf zwei Rädern. Das Radwegenetz ist toll ausgebaut. Sicher, der Wind pfeift, dafür fehlt aber jegliche Steigung - die höchste Erhebung, der „Hoge Berg“ bei Den Burg, ist gerade einmal ein 15 Meter hohes Hügelchen. Mit dem Rad geht es hier vorbei an weiß getünchten Strandhäuschen mit grünen und blauen Türen, alte Schafscheunen tauchen am Wegesrand auf und Gulfhäuser mit ihren sonderbaren Pyramidendächern gegen den ständigen Wind. Für Abwechslung sorgt das Ecomare-Museum samt Aquarium, eine traditionsreiche Vogel- und Seehundaufzuchtsstation. So originell wie legendär ist das Meeres- und Strandräubermuseum Maritiem & Jutters auf Texel. Im Seegrasschuppen hat Museumsgründer und Oberstrandräuber Gilles van Mil seine bizarren Schätze drapiert – von Badelatschen bis Mammutknochen.



